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				<title>Brandt, Willy, West German Chancellor: Speech on Racial Discrimination against U.S. Soldiers in West Germany</title>
				<author>Brandt, Willy</author>

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				<publisher>Headquarters United States Army, Europe and Seventh Army</publisher>
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			<sourceTopic>Jim Crow Army</sourceTopic>
<sourceTopic>Jim Crow Germany</sourceTopic>

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			<commentary>Excerpts from a speech given by West German Chancellor Willy Brandt on March 21, 1971 about racial discrimination by Germans against U.S. soldiers stationed in Germany. The excerpts are part of a conference paper provided by the USAREUR and the Seventh Army (December 2, 1971). The conference was entitled 'USAREUR/BRD KONFERENZ UEBER CHANCENGLEICHHEIT UND MENSCHLICHE BEZIEHUNGEN'</commentary>
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<body><head><font size="+1"><hi rend="bold">Rede von Bundeskanzler Brandt</hi></font></head>
<p><lb/>Auszuege aus der Rede, die Kanzler Brandt am 21. März 1971 ueber die Diskriminierung von Angehoerigen der US Streitkraefte gehalten.</p>
<p><lb/>“Die Vereinten Nationen haben proklamiert, und die Bundesrepublik Deutschland hat es nicht ueberhoert, dass dieses Jahr 1971 dem 'Kampf gegen Rassismus und Rassendiskriminierung' gewidmet sein soll. An diesem 21. Maerz erinnert man sich in vielen Laendern der Welt ausserdem daran, dass vor genau elf Jahren in Sharpeville 68 Menschen sterben mussten, weil sie gegen die Apartheid demonstriert hatten. Ich bin gegen die Selbstgerechtigkeit, um die es sich allzuoft und allzuleicht handelt, wenn fremde und ferne Laender kritisch unter die Lupe genommen werden. 'Charity begins at home,' aber auch mit den <unclear>Menschen</unclear>rechten faengt es zu Hause an.</p>
<p><lb/>Afrika ist weit, und mancher unserer Mitbuerger mag meinen, rassistische Diskriminierung sei fuer uns kein Problem mehr, oder doch hoechstens ein abstra<unclear>ktes</unclear>. Ich unterschrieb als Aussenminister der Regierung der Grossen Koalition 1967 fuer die Bundesrepublik Deutschland eine Konvention der Vereinten Nationen, <unclear>die</unclear> jeden Staat zur Beseitigung aller Formen der Rassendiskriminierung verpflichtet. Konnte ich leichten Herzens unterschreiben - in dem guten Gefuehl, wir wuerden jener Forderung schon gerecht? So einfach war das nicht, und es ist inzwischen auch nicht einfacher geworden.</p>
<p><lb/>Aber bleiben wir zu Hause: Ich las bestuerzende Berichte über Schwierigkeiten, denen farbige Studenten auf der Suche nach einem Zimmer begegnen, oder darueber, dass sie oft uebervorteilt werden. Ich las auch davon, dass farbige amerikanische Soldaten in unserem Land auf Vorurteile stossen, die sich kaum von ihrer Heimat unterscheiden. Ich weiss, dass die Eingliederung eines Menschen aus fremder Erfahrungswelt in eine anders gefuegte Gesellschaft nicht leicht ist. Sie verlangt ein hohes Mass der gegenseitigen Anpassung. Sie fordert Takt, Nachsicht und Toleranz. Ich weiss aber auch, dass Arroganz und ein deplaciertes Gefuehl der Ueberlegenheit vor allem dort anzutreffen sind, wo man sich auf seinen Patriotismus besonders viel zugute haelt.</p>
<p>Patriotisch waere es, den jungen Menschen, die aus anderen Kontinenten zu uns geschickt werden – ob in Uniform oder in Zivil - mit einer Aufgeschlossenheit</p>
<p>I-1</p>
<p><a href="S_10005_LS_11.jpg">Scanned Original</a></p>
<p> </p>
<pb/>
<p> </p>
<p>entgegenzukommen, die uns Deutschen Ehre draussen in der Welt machte, die dem Respekt vor unserer Nation zugute kaeme. Sie waere die wirksamste Werbung für unsere Sache. Toleranz - made in Germany: das waere etwas, worauf wir stolz sein koennten.</p>
<p><lb/>Wir wissen, wie unsagbar der freiheitliche Buergergeist Amerikas unter rassistischen Spannungen leidet, die sich durch Elemente eines neuen Klassenkampfes verschaaerfen. Wir beobachten die Tragoedie im Sueden Afrikas, wo der Weg zu einer balancierten und freien Koexistenz zwischen weisser Minoritaet und schwarzer Majoritaet blockiert zu sein scheint. Wir sehen auch die bedrueckende Tatsache, dass in Teilen Afrikas und Asiens farbige Minderheiten durch farbige Mehrheiten Schaden leiden.</p>
<p><lb/>Aber ich darf nun – auf uns in der Bundesrepublik Deutschland bezogen – hinzufuegen, dass man bei dem Ruf nach Menschenrechten nicht uebersehen darf, dass diese Bundesrepublik heute zweifelslos zu den Laendern der Welt gehoert, in denen die Freiheitsrechte der Menschen am weitesten entwickelt sind. Niemand darf bei uns wegen seines Geschlechts, seiner Sprache, seiner Abstammung, seines Glaubens oder seiner politischen Ueberzeugung benachteiligt werden. Jeder hat das Recht auf Entfaltung seiner Persoenlichkeit, soweit es nicht  die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmaessige Grundordnung verstoesst. So will es unser Grundgesetz.</p>
<p><lb/>Wer bei uns zulande von Menschenrechten spricht, der darf nicht unerwaehnt lassen, welche Bedrohung für sie – fuer die Menschenrechte - von jeder Form von politischem Extremismus ausgeht. Unser Volk und andere Voelker haben die Erfahrung bitter spueren muessen. Wir haben eine besondere Pflicht zur Wachsamkeit.</p>
<p>I-2/I-3</p>
<p><a href="S_10005_LS_12.jpg">Scanned Original</a></p></body>

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